Wie Das Gehirn In Kritischen Situationen Funktioniert

Das Gehirn reagiert in kritischen Situationen sehr unterschiedlich. Erfahren Sie mehr darüber in diesem Artikel!
Wie das Gehirn in kritischen Situationen funktioniert

In kritischen Situationen aktiviert unser Gehirn eine schnelle Reaktion, die eine Reihe von Verhaltens- und Hormonreaktionen in Gang setzt. Darüber hinaus ist diese Funktionsweise angeboren und unterscheidet sich von der normalen Funktionsweise des Gehirns.

Unser Gehirn ist das Organ mit der größten Verantwortung, wenn es um Körperfunktionen und Verhalten geht. In vielen Fällen funktioniert unser Gehirn bewusst und prozedural (setzt Funktionen in Gang, die wir bereits erlernt haben, wie Gehen und Sprechen).

In kritischen Situationen, wenn es ein Risiko oder eine Bedrohung erkennt, arbeitet es jedoch mit anderen neuronalen Netzwerken zusammen, die für die Aktivierung des Überlebenssystems verantwortlich sind. Folglich ist unser Gehirn bereit, sofort Maßnahmen zu ergreifen.

Beispielsweise fungiert unser System aus neuronalen Netzen als Alarmsystem und ist für Entscheidungen in kritischen Situationen verantwortlich. Dieses Alarmsystem ist nicht perfekt und kann uns manchmal dazu bringen, falsche Entscheidungen zu treffen.

Im Folgenden erzählen wir Ihnen mehr darüber, wie das Gehirn in kritischen Situationen funktioniert und welche Folgen die Aktivierung unseres Alarmsystems haben kann.

Das limbische System und kritische Situationen

Das menschliche Gehirn hat ein neurales System, das für emotionale Prozesse und Reaktionen im Zusammenhang mit Angst und Unruhe verantwortlich ist. Wir beziehen uns auf das limbische System, das sich im Schläfenlappen befindet.

Das limbische System enthält eine Struktur, die speziell der Erkennung und Verarbeitung von Gefahren gewidmet ist: die Amygdala. Diese Struktur ist mit verschiedenen Bereichen des Gehirns verbunden und hat die Fähigkeit, schnelle und intensive Verhaltensweisen zu initiieren.

Alle Säugetierarten haben eine angeborene Kampf- oder Fluchtreaktion, wenn sie gefährlichen Reizen ausgesetzt sind. Außerdem wird diese Reaktion von der Amygdala ausgelöst.

Die Alarmreaktion kann bewusst bei ernsthafter Gefahr oder unbewusst durch eine zerebrale Abkürzung ausgelöst werden.

Eine Vorderansicht einer Person und ihres limbischen Systems.

Mögliche Gehirnreaktionen in kritischen Situationen

Das Gehirn kann in kritischen Situationen den Fluchtbefehl aussenden

Unser Gehirn fragt nicht, ob wir es für angebracht halten, entweder zu fliehen oder uns einer Situation zu stellen. Daher kann eine Alarmreaktion in Gefahrenmomenten die Situation verschlimmern, weil wir schnelle Entscheidungen treffen, ohne deren mögliche Folgen abzuschätzen. Zum Beispiel, wenn wir weglaufen, um vor Gefahren zu fliehen.

Umgekehrt kann eine kritische Situation dazu führen, dass wir einer wahrgenommenen Gefahr entkommen, ohne andere Gefahren zu erkennen, denen wir uns stellen müssen. Zum Beispiel eine Straße überqueren, ohne in beide Richtungen zu schauen, oder uns von einem Balkon stürzen.

Ihr Gehirn kann Ihnen sagen, dass Sie bleiben und die wahrgenommene Gefahr bekämpfen sollen

Dies ist der Fall, wenn sich eine Person der Bedrohung stellt, um ihr Leben zu retten, indem sie sie beseitigt. Wenn dieses sympathische System aktiviert wird, erhöht diese Kampfreaktion den Adrenalinspiegel im Blut. Außerdem erzeugt es eine akute Stressreaktion, die die Muskeln widerstandsfähiger macht, die Haut weniger empfindlich macht und die Lungen eine größere Kapazität erlangen. Dies alles führt zu größerer Stärke.

Lähmung oder Ratlosigkeit

Eine gefährdete Person verliert ihre Reaktionsfähigkeit. So verstecken sie sich und können nichts tun. Als Reaktion erwartet die Lähmung, dass die Bedrohung einfach verschwindet. Wenn diese Reaktion aktiviert wird, kann die Person ihren Bewegungsapparat nicht aktivieren und bleibt daher unbeweglich.

Wie Sie sehen, verfügt das Gehirn über ein Überlebenssystem in kritischen Situationen, das sofort und fast unbewusst aktiviert wird. Darüber hinaus kann unser Gehirn uns innerhalb von Millisekunden dazu bringen, auf eine bestimmte Situation unangemessen zu reagieren. Tatsächlich gibt es Zeiten, in denen die Alarmreaktion die Gefahr vergrößert. Aus diesem Grund gibt es Fachleute, die sich der Schulung von Menschen widmen, damit sie wissen, wie sie sich in Notfällen verhalten sollen.

Folgen der Aktivierung des Überlebenssystems

Die sicherste unmittelbare Folge einer kritischen Situation ist körperliche und seelische Erschöpfung. Diese extreme Ermüdung ist das Ergebnis der Abnutzung durch eine gefährliche Situation und kann länger als einen Tag andauern. Darüber hinaus kann es sogar nach dem Schlafen und Ausruhen verweilen. Dies geschieht, weil alle unsere neuronalen und physischen Ressourcen auf das Überleben ausgerichtet waren.

Eine scheinbar müde Frau.

Neben Erschöpfung hinterlassen auch kritische Situationen Spuren in unserem Gedächtnis, weil die Amygdala und der Hippocampus (die Struktur, die für die Speicherung neuer Informationen und Erinnerungen zuständig ist) zusammenarbeiten.

In dieser Hinsicht aktiviert die Amygdala den Hippocampus, um neue Erinnerungen zu bilden. Aus diesem Grund neigen die meisten Menschen nie dazu, traumatische Situationen zu vergessen.

Posttraumatische Belastungsstörung

Ebenso ist eine weitere mögliche Folge dieser Aktivierung PTSD (posttraumatische Belastungsstörung). Dieser psychische Gesundheitszustand manifestiert sich nach intensiver körperlicher und emotionaler Aktivierung.

PTSD manifestiert sich jedoch nicht immer nach einer kritischen Situation.

PTBS erfordert aufgrund ihrer charakteristischen Rückblenden von Ereignissen, die zu Momenten großer Traurigkeit und der Wahrnehmung einer ständigen Bedrohung in der näheren Umgebung führen, eine spezialisierte psychologische Therapie.

Schließlich ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Gehirn lernen kann, besser auf kritische oder gefährliche Situationen zu reagieren. Schulungen, Notfallprotokolle und Selbstverteidigungsstrategien sind Schlüsselelemente, die uns helfen können, unsere Überlebensstrategie zu verbessern.

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